Zukunftskompass Der Zukunftskompass®

Der Zukunftskompass®

Interview zu Corona Radio Agora

Ein Mitschnitt des Interviews vom 22. Mai 2020 zum Thema Corona - Buchbesprechung

Corona - Geheimnisse & Mythen (myMorawa, 2020)

2027 – was wir aus Krisen gelernt haben werden

(Cornelia Scala-Hausmann)

Wir blicken zurück auf die letzten 7 Jahre seit 2020.
Die Corona-Krise war der Auftakt zu weiteren Krisen, die unseren Globus und damit auch unser Land erschütterten. Doch zum Glück wussten wir das damals nicht.

Von der Panik zur Ratio

2019 standen wir Menschen schon lange an einer Schwelle. Die Dinge, auf die wir uns verlassen konnten, wurden immer weniger. Letztendlich gipfelte es in der sogenannten Klimakrise, in der die gesamte Zukunft unseres Planeten hinterfragt wurde. In diesem Chaos suchte uns 2020 die Corona-Krise heim und brachte die Gesellschaft in ein strenges Reglement. Viele empfanden das zunächst als Erleichterung in der herrschenden Unsicherheit und Überforderung und folgten größtenteils bereitwillig neuen, wenn auch totalitären, Regeln. Die Suche nach Orientierung war groß, die Bereitschaft zu eigener Verantwortung jedoch noch gering. So nahm uns die Corona-Krise einige Entscheidungen ab und schenkte uns eine Atempause. Das Internet wurde zum Maß aller Dinge. Da damals 90% der Bevölkerung (oft auch getrennt voneinander) zu Hause sitzen mussten, war es das einzige Fenster zu ihren Lieben und zur Welt. Doch wurde die Freiheit darin enger – ein medialer Krieg wurde ausgefochten und viele riefen auch hier nach einem strengen Reglement, was online sein durfte und was nicht. So wurde eine Methode zur Gesellschaftskontrolle gefunden, die keine Gewalt erforderte.

Durch diese Krise wurde Überwachung gesellschaftsfähig. Diese Entwicklung wurde später nicht nur aus Gründen der Massengesundheit ausgebaut und verknüpft. Versorgungsabläufe wurden zunehmend technologisiert, das „Internet der Dinge“ (5G, Smart House, Smart Cities) setzte sich durch und machte das Leben für viele leichter. Das Gros der Menschen war und ist nach wie vor nahezu ununterbrochen online. Ob mit ihrem Smart-Phone, ihrem Auto, ihrem Stromnetz, ihrer Haustechnik oder ihren Bildungsangeboten. Damit wurde das Internet das Instrument zur Steuerung des Alltags und Menschen verschmolzen zusehends mit ihm.

Heute, 2027, sind die Steuerungseinheiten mittlerweile so klein, dass man sie kaum noch bemerkt und werden zu einem fixen Bestandteil des alltäglichen Lebens.

Doch was zunächst negativ erscheinen mag, brachte auch eine starke Gegenbewegung. Nach einiger Zeit nahm der Social-Media-Hype wieder ab, Menschen fühlten sich genervt und erkannten die Mechanismen dahinter. Sie hatten jetzt auch andere Sorgen, mussten sich um ihre Existenz kümmern. Solides Können und ehrliche Inhalte waren gefragt. Keine aufgeblasenen Online-Marketing-Gags. Während der erzwungenen Atempause hatten wir die Chance, uns mit uns selbst zu beschäftigen und diejenigen, die es genützt haben, konnten ihr Leben endlich einmal in aller Ruhe überdenken und ordnen. Sie misteten nicht nur ihren Kleiderschrank aus, sondern auch ihre Arbeitsfelder, ihre Projekte, ihre Kontakte und ihre eigenen Erwartungen.

Sie begannen, sich eine innere Klarheit zu erarbeiten, die im dahinrasenden Alltag nicht möglich war. Sie verloren ihre Angst durch zunehmende Zentrierung in ihre eigene Mitte und entdeckten ihr eigenes Selbst (neu). Ihr Fokus wurde eine lebenswertere Zukunft. Und diese Menschen wurden die Stützen der heutigen Gesellschaft.

Das Spannungsfeld zwischen Bequemlichkeit und Datentransparenz ließ viele Fragen aufkommen. Welche Innovationen sind wünschenswert? Wie soll unser Leben zukünftig aussehen? In wie weit wollen wir selbst Entscheidungen treffen? Etc. Menschenrechte und Freiheit wurden wieder ein Thema. Man suchte nach einem Kompromiss zwischen den Vorzügen der Technik und der eigenen Entscheidungsmöglichkeit darin. Heute, 2027, hält die KI, die künstliche Intelligenz, zunehmend Einzug in unseren Alltag in einer Weise, die uns Menschen dennoch eine Selbstbestimmung zugesteht, solange es nicht um eine Gefährdung der Mehrheit geht – und das ist Thema der heutigen globalen Verhandlungen.

Die Arbeitswelt wandelte sich in den letzten 7 Jahren gewaltig. Durch die steigende Arbeitslosigkeit und Verarmung der Gesellschaft entstand Unruhe. Regierungen versuchten diesen Prozess durch Zuschüsse in Schranken zu halten, doch in der auf die Corona-Krise folgenden Finanzkrise mussten neue Wege gefunden werden. Es wurde mehr Geld gedruckt und die Deflation vergrößert. Länder stritten sich um die Ressourcen dieser Welt, Konzerne versuchten durch künstlichen Mangel den Markt zu steuern, doch der Schuss ging nach hinten los.

Die Menschen begannen nachzudenken – die Lösung vieler existenzieller Probleme stand an. Durch die globalen Krisen mussten wir uns wieder auf lokale Kapazitäten konzentrieren. Aus der Not entstand Handlung. 3D-Drucker setzten sich durch, Produkte wurden mit den Jahren immer leichter verfügbar und dadurch auch leistbar. Die Tendenz zu „weniger ist mehr“ wurde immer deutlicher und man tauschte gerne ein ruhigeres Leben gegen weniger Konsum. Hatte man alles, was man zum Leben braucht, war man zufrieden. Dabei entstand eine neue gesellschaftsfähige Armut, die auf Verzicht gründete, denn der Reichtum wurde zunehmend geistig gesehen.

Verzicht ist der neue Wert der Gesellschaft, Bescheidenheit der neue Status,
Bildung der neue Luxus.

Heute, 2027, rückt die nächste Generation in die Arbeitswelt nach. Sie lebt einen Lebensstil, der möglichst wenig belastet. Besitz hat nur einen Wert, wenn er mit anderen geteilt werden kann. Die Share-Economy hat sich durchgesetzt.

Da immer mehr Seuchen aus der Tierwelt auf den Menschen übersprangen, begann man über den Umgang mit Tieren nachzudenken. Der Fleischkonsum reduzierte sich drastisch und ist heute, 2027, nicht mehr en vogue. Dadurch, dass der Mensch immer weniger körperlich arbeitete, schadete ihm das Fleisch mehr als es nützte und er wechselte auf leichte pflanzliche Kost. Während die Massentierhaltung immer weiter zurück ging und damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leistete, entstanden neue kreative Genusswelten in der veganen Küche.

Diese Veränderungen brachten viel Gutes und man ist wieder positiv gestimmt, genießt das Leben und seine Freuden. Mittlerweile konnte auch in vielen Ländern eine Art Grundeinkommen durchgesetzt werden. Unbelastet von Überlebensfragen wurden die Menschen viel freundlicher, widmeten sich ihren Interessen und lernten ein Leben lang. Solidarität und Respekt zwischen Kulturen verbesserten sich und die Grenzen öffneten sich wieder. Die geistige Entwicklung bekam so einen gehörigen Schub nach vorne. Religionen verschwanden und an ihre Stelle trat eine spirituelle Geisteswissenschaft.

Die Verbundenheit

Wir sehen, die Verbundenheit, die in der Aufstellung für die Zukunft von größtem Interesse war, kann sich in vielen Bereichen zeigen:

  • - Verbundenheit des Menschen mit Technologie (Steuerung des Alltags),

  • - Verbundenheit durch eine starke datenbasierende Transparenz, Abhängigkeit und

    Vernetzung der Menschen untereinander (ich nenne es Human-Netology),

  • - Verbundenheit durch das Teilen von Besitztümern (Share-Economy),

  • - Verbundenheit durch das Internet (Kommunikation) und der Bildung daraus,

  • - Verbundenheit zu unserem Planeten und seinen Lebewesen,

  • - Natürlich die persönliche Verbundenheit untereinander,

  • - Und die Verbundenheit der Menschheit an sich.

    Alle diese Formen der Verbundenheit haben ihren Einfluss auf eine Demokratie. Und diese wird neu entstehen müssen.

    Zeichnen wir das Bild einer lebenswerten Zukunft also weiter und sehen uns das beste Szenario an, das entstehen könnte! Dabei haben sich folgende Felder im Leben verändert: Hierarchie, Arbeit, Ökonomie, Ökologie, Lebensmittel, Medizin, die nächste Generation, Globalisierung, Solidarität, Politik KI und Datenschutz. Wie genau, gibt es online nachzulesen.

Um etwas in der Welt verändern zu können, müssen wir unseren Blick auf die Welt, unsere Einstellung, unsere Geisteshaltung verändern.

Hierarchie in anderer Weise

Es gab genügend Wissenschaftler, die gewisse Informationen aufgrund eigenen Wissens hinterfragten und damit erstmal Unsicherheit schafften. Unsicherheit ist immer die Basis zur Weiterentwicklung. Sie lässt vorsichtig aber doch andere Versionen unserer zurecht gezimmerten Wirklichkeit zu. Wir beginnen abzuwägen (wenn die eigene Angst nicht zu groß ist und nur unser Eidechsengehirn aktiv ist).

Diese Wissenschaftler, unterstützt von Journalisten, bildeten die Grundlage für mehr Transparenz. Politiker gerieten immer mehr unter Druck, Whistleblower und mutige Journalisten recherchierten solange, bis die Wahrheit über die Krise ans Licht kam. Das dauerte allerdings eine Weile. Und geschah nur, als den Verantwortlichen keine andere Wahl mehr blieb. Daraus entstand eine neue Krise. Aber dadurch konnte die Bevölkerung durch Transparenz und Aufklärung anstatt durch Überwachung und Strafen zur Mitarbeit angehalten werden. Die Polizei mutierte wieder vom totalitären Organ zum „Freund und Helfer“.

Durch diese Prozesse zwischen Staat und Volk wurden bestehende Strukturen und Machtverhältnisse immer mehr hinterfragt. Sie hatten sich selbst ins Abseits gedrängt und mussten sich wandeln, um überleben zu können. Behördenhierarchien flachten immer mehr ab und wurden von Bürgergremien übernommen. Es wurde eine Form der Partizipation gefunden, die Verantwortung aufteilt und Handlungsfähigkeit ermöglicht. Dabei veränderte sich die Teamfindung von persönlichen Beziehungen zu echten Kompetenzen.
Jetzt schafft man gerade eine neue länderverbindende Vereinbarung, in der spezifische ländereigene Kompetenzen zum Tragen kommen und der Allgemeinheit dienen sollen.

Arbeit

Vor der Krise herrschte ein massives Getrieben sein in der vorherrschenden Arbeitswelt. Die Menschen kamen an ihre Grenzen und nicht selten wurden sie auch überschritten. Burn-Out und psychische Erkrankungen näherten sich der 40% Marke.
Würde man eine psychosomatische Betrachtung zulassen, müsste man daraus folgen, die Gesellschaft war dermaßen überhitzt, dass sie zwangsläufig an Grippe erkranken musste. Die Grippesterblichkeit hatte sich von Jahr zu Jahr weiter erhöht. Zwar weit entfernt von der Pandemie der Hongkong-Grippe 1968, die 1 Million Menschenleben forderte, aber seither steigend. Eventuell auch durch immer bessere Messmethoden. Dennoch gab es Statistiken, die nur 52% der Bevölkerung als gesund auswiesen! Gründe dafür sind nicht nur aggressivere Viren, sondern eine generelle Schwächung des gesellschaftlichen Immunsystems. Viele blieben nicht mehr zu Hause, wenn sie krank waren – sie arbeiteten weiter aus Angst, ihren Job zu verlieren. Die Mehrfachbelastung stieg rasant an, die Geschwindigkeit des Alltags war für viele kaum noch zu bewältigen. Elektronische Medien verstärkten dieses Tempo mit einer schier unendlichen Informationsflut.

Die Krise entschleunigte total. Doch die Informationsflut hielt an. Allerdings nur zu den aktuellen Krisenthemen. Dennoch hatten die meisten Menschen mehr Zeit zur Verfügung. Sie hatten Zeit, nachzudenken! Und das ließ sie kritischer werden. So wurde auch über die Sinnhaftigkeit gewisser Arbeitsabläufe nachgedacht und da, wo Anwesenheit nicht

erforderlich war, wurde sie auch nicht mehr eingeführt. Es zeigten sich die krisenfesten Arbeitsbereiche: Lebensmittelversorgung (Landwirtschaft bis Handel), Medizin & Pharma, Telekommunikation, Online-Betreiber, Berichterstattung, Technologie & Logistik, Abfallwirtschaft & Kläranlagen, Energiegewinnung etc. Ebenso exotische Berufe, die in Krisenzeiten immer Hochkonjunktur haben, wie Astrologen & Fernheiler.

Der Bereich der meisten Dienstleistungen stand jedoch wochenlang still. Es folgte eine enorme Konkurswelle. Die sogenannten Härtefonds konnten das nicht verhindern.

Daher gab es zum Höhepunkt der Krise eine Neubewertung von Arbeit. Sie gewann zunehmend an Wert. Man „durfte“ arbeiten, man musste nicht mehr und daraus entstand wieder Freude an der Arbeit. Gleichzeitig hinterfragten viele ihre derzeitige Arbeit und nutzten die Zeit, sich neu auszurichten.
Durch die Aktionen der Regierungen haben sich die Arbeitslosenzahlen zunächst verdoppelt, die Zuschüsse verdreifacht. Das wurde durch eine Art von Grundeinkommen (statt Notstandshilfe) aufgefangen, sodass die Menschen aktiv bleiben konnten. 2027 zeigt sich nun, dass wir dadurch eine neue Arbeitskultur entwickelt haben. Viele Strukturen, die viel Geld gekostet hatten, sind nicht mehr nötig. Jetzt hat sich endgültig das Home-Office durchgesetzt, da wir gezwungen waren, dieses einzurichten. Viele blieben also auch im Normalzustand im Home-Office, da die Unternehmen dadurch Einsparungen geltend machen und Arbeitnehmer so ihre Arbeit besser an ihren jeweiligen Lebensstil anpassen konnten. So entstand ein individueller Mix aus Home- und Office-Work.

Bildung

Schulen sehen heute anders aus, als vor 7 Jahren und befinden sich weiter im Wandel hin zu einer neuen Art von Wissensvermittlung kombiniert mit persönlichem Erfahrungs- und Erlebensaustausch. Es geht immer mehr um individuelle Förderung und nicht mehr darum, dass alle das Gleiche wissen. Schüler sind nicht mehr in Klassenzimmern, sondern in Labors, Werkstätten, Online-Bibliotheken, Sportplätzen oder ähnlichem. Der Unterricht ist interessensgesteuert und altersübergreifend. Wöchentlich werden Ethikprojekte initiiert, die von den Schülern erarbeitet werden. Internationaler Austausch ist ebenso wichtig, wie die Integration aktueller Weltthemen. Es herrscht eine Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern. Es wird sogar angedacht, dass Eltern abwechselnd Projekte mit den Kindern erarbeiten und dafür von ihren Arbeitgebern freigestellt werden müssen.

Die Universitäten hatten einen Generationenwechsel im Lehrpersonal welcher auch neue Potenziale zur Entfaltung einbrachte. Heute sind die Online-Workshops interaktiv und Peergroups ein fixer Bestandteil. Kein Student wird – wie vor 7 Jahren – völlig allein gelassen mit Online-Skripten und zu wenig durchdachten Online-Kursen. Prüfungen sind für jeden möglich, anstatt an die Internetschnellsten verteilt zu werden.

Derzeit wird die Frage diskutiert, ob Bildungseinrichtungen staatlich oder unabhängig und selbstverwaltend sein sollten.

Geldwirtschaft & Ökonomie

Das Finanzsystem steckte in einer schweren Krise. Löcher waren inzwischen zu groß geworden, um einfach gestopft zu werden. Die Reichen der Welt kämpften um das Überleben des Systems. Aber es zeigte sich immer mehr, dass es der Welt so nicht dienlich

ist und neue Lösungen der Geldwirtschaft wurden akut. Einerseits setzte sich auch hier die Überwachung durch und unter dem Mantel der Corona-Krise wurde eine bargeldlose Zahlung eingeführt. Andererseits konnten Blog-Chains die Macht verteilen und für Ausgleich und Freiheit sorgen.

Jaque Fresco schuf den Begriff eines ressourcen-orientierten Wirtschaftssystems. Er setzte dabei auf Technologie und KI. Seine Ideen wurden wieder aufgegriffen, doch müssen wir eine Kombination finden, in der wir die Technologie sinnvoll einsetzen können und gleichzeitig die Freiheit des Einzelnen nicht zu stark beschneiden. Das ist die Herausforderung der nächsten Jahrzehnte! Viele Betriebe wurden – (auch schon vor der Krise, da jedoch nur die großen Konzerne) mit staatlichen Mitteln am Leben erhalten. Das hatte einmal ein Ende. Es heißt zwar, Not macht erfinderisch – doch ist die Not zu groß, kann sich der Mensch nicht weiter entwickeln.

Umwelt ist ein ernstes Thema geworden, das sich in allen Lebensbereichen niederschlägt. Prioritäten haben sich geändert. So ist es nicht mehr en vogue, ständig nach einer neuen Mode gekleidet zu sein, was die Ressourcen dieser Welt extrem belastet. Zwei Linien haben sich in Zukunft durchgesetzt: Funktionskleidung und kreatives, individuelles Upcycling.

Der individual Pkw-Verkehr wurde durch Carsharing-Systeme gelöst, wodurch ein Großteil der Autoindustrie auf Versorgungsindustrie umrüstete.
Unternehmen, die sich heute, 2027, zum Wohle der Gesellschaft ausrichten, erhalten Steuerboni. Alle anderen, die Ressourcen vergeuden, müssen hohe Abgaben leisten. Es ist nicht mehr möglich, dass Wasser, Luft, Meereszonen oder Regenwaldflächen etc. in privaten Besitz gelangen. Diese Ressourcen wurden zum Erbe der Menschheit erklärt.

Forscher aus aller Welt arbeiten heute unabhängig zusammen und halten die Ergebnisse nicht mehr unter Verschluss, sondern veröffentlichen transparent für jeden zugänglich. Forschungseinrichtungen zur Lösung akuter Probleme sind unabhängig von wirtschaftlichen Interessen und werden aus dafür vorgesehenen Steuerfonds finanziert. Dagegen werden Konzerne oder Banken nicht mehr staatlich unterstützt. Die globale Güterverteilung ist ein großes Thema, denn es starben noch vor 7 Jahren 9 Mio. Menschen jährlich an Hunger. Bis 2027 konnte diese Zahl um 20% gesenkt werden und es wird weiter an Lösungen des Weltwirtschaftssystems gearbeitet, die aus dem Zusammenbruch des letzten leichter umzusetzen waren.

Ökologie

Die Freude war groß, als in der Corona-Krise in China wieder blauer Himmel zu sehen war, als Delfine in die Häfen zurückkehrten und die Natur global aufatmen konnte. Menschen knüpften neue Bande mit ihr. Es tat vielen in der Seele weh, als Tiere wieder aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt wurden. Das schuf eine neue Verbundenheit zur Natur. Gleichzeitig war es eine Bestätigung, wie rasch die Natur unseres Planeten reagiert, wenn wir sie regenerieren lassen. Aus dieser Erfahrung heraus entstand beim Endverbraucher eine noch massivere Ablehnung von Produkten und Dienstleistungen, die Ressourcen vergeuden und das Ökosystem belasten. Die letzten Kreuzfahrtschiffe wurden 2025 auf Solar- und Wasserantrieb umgerüstet. Das Meer wird als Lebensraum und nicht mehr als Müllhalde gesehen. Innovative Unternehmen bergen nun den Müll aus dem Meer und finden laufend

neue Wege der umweltfreundlichen Entsorgung. Sie genießen weltweite Unterstützung. Länder, die sich nicht daran halten, werden global sanktioniert.

Durch die Krise kamen wir zu Ergebnissen, die ohne sie nicht möglich gewesen wären. Damit gab es schlagende Argumente für nachhaltige Energiegewinnung und Transportmöglichkeiten. Viele Flüge wurden ersatzlos gestrichen, die Frequenz drastisch reduziert. Parallel arbeitet man an alternativen, umweltschonenden Antriebsmöglichkeiten. Der Ruf nach Gesetzen, die Umweltverschmutzer ausgrenzen, wurde immer lauter – doch die Politik kam dem nur wenig nach. Zu stark war die gegenseitige Abhängigkeit.

Als die Bevölkerung dies realisierte, agierte sie selbstbestimmt, indem deren Angebote nicht mehr genutzt und deren Produkte nicht mehr gekauft wurden. So regelte sich dieses Thema von selbst. Die Konzerne waren gezwungen, andere Wege zu gehen, um überleben zu können. Umweltorganisationen erleben daraus folgend einen Aufschwung und mehr politisches Mitspracherecht. Umweltschutz wurde keine Frage von Strafen und Bußgeldern, sondern von sozialer Verantwortung durch gerechte Verteilung.

Lebensmittel

Obwohl viele in der Krise unüberlegt Hamsterkäufe getätigt hatten, begannen immer mehr nachzudenken, welche Auswirkungen ihr Konsum auf unseren Planeten hatte. Ein Ampelsystem zeigt heute auf jedem Produkt an, inwieweit es die Umwelt belastet. Der Konsument verstand, dass nur eine profitgesteuerte Logistik Engpässe verursachte. Die Information, dass sich Viren von Tieren auf Menschen verbreiten (Vogel-, Schweinegrippe, COVid19, Ebola etc.) ließ immer mehr Menschen den Umgang mit Tieren hinterfragen. Sowohl im Nutztiersektor als auch im Wildtierbereich. Fleisch aus Massentierhaltung wurde mehr und mehr abgelehnt, Wildtiere wurden respektiert.

Die Politik reagiert zunehmend darauf und importiert keine derartigen Produkte mehr, da sie kaum jemand kauft. Krisen konnten uns lehren, dass wir mit weit weniger auskommen und dadurch sogar unserer Gesundheit einen Gefallen tun, die Krankensysteme weit weniger belasten und mehr Freude am Leben haben.

Medizin

Die Corona-Krise war der Beginn einer neuen medizinischen Ära. Man konnte die wahren Hintergründe aufdecken und daraus lernen. In manchen Ländern wurden massive Missstände deutlich – unmenschliche Zustände in Wohnraum und medizinischer Versorgung, im Umgang mit Lebensmitteln und Tieren etc. Impfungen waren nicht die Lösung. Vielmehr war es die Stärkung des Immunsystems. Und das ist der natürliche, gesunde Ansatz. Pharmakonzerne sind heute durch immer mehr resistente Keime am Ende der antibiotischen Fahnenstange angekommen und schwenken derzeit um auf natürliche Mittel aus Mutter Natur, jedoch höchst technologisch aufbereitet. Der Standard der Notfallmedizin erlebt neue Höhen durch neue Technologien und den Einsatz von KI.

Durch vergangene Krisen wurden folgende Fragen zunehmend akut: Wie leben wir miteinander? Was ist ein Menschenleben wirklich wert? Ist ein Corona-Toter schrecklicher als ein Krebstoter? Wo beginnt Solidarität und wo hört sie auf? Wo schießt man über das Maß hinaus? Etc.

Und daraus wird Epidemien heute auf intelligente Art und Weise begegnet. Es wird selektiert und individualisiert. Nicht jeder Virus ist für jeden gleich. Risikogruppen werden rechtzeitig gewarnt und erhalten dementsprechende Informationen und Betreuung.
Mangelnde Hygiene war weltweit ein Thema. Mehr als zwei Milliarden Menschen hatten 2019 keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Europa und Nordamerika verfügten 57 Millionen Menschen über keine Wasserleitung! Über 80 Prozent aller Abwässer weltweit wurden ungeklärt in die Umwelt entsorgt, vor allem in die Meere. Das zeigte die wahren Gründe der pandemischen Krisen. Diese Probleme führten zu neuen Innovationen und konnten in den letzten Jahren durch die zunehmende Technologie um mehr als die Hälfte reduziert werden.

Next Generation

Wichtig ist, dass die nächste Generation aus den Fehlern der vorhergehenden lernt!
In Krisen reagieren Menschen aus Angst egoistisch. Das wurde jedem klar. Selbst das Argument Menschenleben zu retten, wird im emotionalen Gehirn in erster Linie als das eigene interpretiert. Emotionale Argumentationen hatten keinen Bestand und durch vernünftige Prüfung und Hinterfragung konnte sowohl das eine wie auch das andere relativiert werden. Dabei half der Blick auf größere Zeiträume und Learnings daraus.

Heute sind wir in einem Reifeprozess zu einer Politik, die all das bewusst machen kann und so dem Volk dienlich ist. Anstatt Angst und zweifelhafte Moral zu verbreiten, werden nun Zahlen und Fakten ganz neutral kommuniziert und Lösungen von demokratischen Krisengremien abgewogen. Die Motivation der nächsten Generation, es besser zu machen, ist um 70% gewachsen.

Globalität – Solidarität

In der Krise haben ganze Staaten egoistisch gehandelt. Die eigene Sicherheit ging vor. Polen und Tschechien „beschlagnahmten“ medizinische Hilfsgeräte, die aus China nach Italien unterwegs waren. Letzteres bekam weit früher Hilfe aus China als von seinen Nachbarstaaten aus der EU, die sehr zögerlich halfen. Und von USA-Sanktionen im, ebenfalls stark von Corona betroffenen, Nahen Osten ganz zu schweigen.

Es war deutlich zu sehen, dass im Ernstfall nicht auf länderverbindende Maßnahmen zu zählen war, sondern auf Abgrenzung und Grenzschließung – als lineare Entwicklung aus den vorangegangenen Konflikten.
3 Jahre später saß man wieder zusammen, weil sich ein Virus nicht von Grenzen aufhalten ließ, weil weitere Krisen über Grenzen gingen und nur durch Zusammenarbeit abgefangen werden konnten. Es entstand ein langsamer Weg zu mehr Gemeinsamkeit und Verantwortung, den nach wie vor nicht alle Länder mitgehen können.

Politik

Krisen zeigen immer das wahre Gesicht der Mächtigen, denn nur in der Krise werden Kompetenzen offensichtlich. So zeigten einige Staatsoberhäupter ihre Unfähigkeit, mit Krisen umzugehen und andere nutzten sie schamlos für ihre Zwecke aus. Über die Jahre wehrten sich ihre Untertanen und Bürger dagegen. Es gab weltweit mehr und mehr Aufstände, Streiks und Revolutionen. Sogar im deutschsprachigen Raum. Daraus konnte sich eine neue Demokratie entwickeln. Nicht zurück zur Diktatur – sondern vorwärts zu mehr

Transparenz und Partizipation. Heute ist „Proaktive Veränderung statt Brüche“ das Schlagwort der Wahlkämpfe.
Da die Politik wieder sinnvolle und weniger egoistische Ziele hat, interessiert sich auch die Jugend wieder dafür und nimmt aktiv teil.

KI & Datenschutz

Menschen wechselten zu Mobilfunkanbietern, die ihre Daten schützten anstatt sie weiter zu geben, auch nicht an die Regierung. Heute kann man sogar international auswählen, da Provider nicht mehr auf einzelne Länder beschränkt sind.

Die technologische Entwicklung ging dennoch in Richtung Überwachung zum Wohle der Menschheit (ganz pragmatisch und ehrlich gemeint). Die persönlichen Machtinteressen mussten dazu jedoch ausgemerzt werden.
Ein weiteres Hindernis war die menschliche Angst vor maschineller Kontrolle. Das wurde jedoch durch sämtliche historische Fehlentscheidungen durch Menschen widerlegt. Immer mehr Abläufe in der Versorgung können durch KI viel besser gesteuert werden. Vergleichbar mit einem Smartphone oder dem Internet, das viele Funktionen selbstständig und intelligent ohne unser Zutun erledigt und dennoch in seinem Nutzen und Schaden vom Mensch steuerbar ist. Es liegen Konzepte am Tisch, in denen Menschen mehr Wohlstand durch KI- Steuerung erlangen. In Versorgungsbereichen wäre KI durchaus von Vorteil und kann durchaus auch zu mehr persönlicher Freiheit führen. Es wird jedoch nach Lösungen gesucht, die eine KI-Steuerung in speziellen Belangen aushebelt, wenn es um Menschlichkeit geht. Das ist der Knackpunkt für eine Weiterentwicklung und soziale Innovation.

Schlusswort

Diese Potenziale unserer Zukunft sind tatsächlich möglich. Wenn wir verstanden haben, dass Zukunft nichts ist, was festgeschrieben ist, sondern von uns selbst gestaltet wird und zwar jeden Tag! Jede Minute! Jede Sekunde!
Dann wäre es ein Zeichen von Intelligenz, es in konstruktiver Weise zu tun und uns von Angst und Machtstrukturen nicht überrollen zu lassen. Wir sind nicht unabhängig voneinander und hätten es in der Corona-Krise lernen sollen. Viele haben das in der Klimakrise schon entdeckt. Wir sind verbunden. Ob wir wollen oder nicht. Es liegt an uns, ob wir diese Verbundenheit dazu nützen, uns selbst zu stärken indem wir andere stärken oder ob wir andere und damit uns selbst schwächen, ja sogar zerstören.

Diese Krisen sind unsere Chance, die globale gesellschaftliche Struktur auf die nächste Stufe zu heben und damit die Zukunft unseres Planeten und somit auch unsere eigene möglich zu machen. Dies verlangt zunächst keine großen Schritte im Außen. Aber es verlangt einen kritischen Blick in unser Inneres. Und dazu sind Krisen da. Um etwas in der Welt verändern zu können, müssen wir ZUERST unseren Blick auf die Welt, unsere Einstellung, unsere Geisteshaltung verändern.

Der ZUKUNFTSKOMPASS®

Um diesen kritischen Blick in unser Inneres zu erleichtern, empfehle ich einen Kompass, der uns durch Krisen in die Zukunft führen kann. Wenn wir unsere Grenzen in einer kompetenten Selbsterkenntnis kennen lernen, können wir über sie hinausgehen. Der Lohn ist ein starkes Selbstvertrauen. Und das führt zu einer gut ausgeprägten Resilienzkompetenz.

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Viele dieser Kompetenzen sind nun gefragt. Mit ihnen gelingt es uns, in einer Krise zu bestehen und Wege hinaus zu finden.


Gehen wir mal eine Runde durch den Zukunftskompass®:

  • Wir müssen unsere Selbstkompetenz stärken, uns stabilisieren

  • Alles für unsere eigene Gesundheit tun, um handlungsfähig zu bleiben

  • Reflektieren was geschehen ist und unsere eigenen Gefühle dazu sowie deren

    Ursprung erkennen

  • Uns in die Lage anderer versetzen können und diese empathisch verstehen

  • Gut und gerecht mit Ressourcen umgehen

  • Uns immer wieder neu entscheiden

  • Auf Augenhöhe kooperieren

  • Resilienz entwickeln

  • Mit vielfältigen Sichtweisen und Meinungen umgehen

  • In unseren Kompetenzbereichen die Führung übernehmen

  • Neue Wege mutig gehen

  • Freiheit durch Verantwortung leben

    So können wir Krisen meistern.

Angewandte Zukunftskompetenz – Worauf kommt es in Krisen an?

  • Zunächst sollten wir einen kühlen Kopf bewahren

  • Sollte Angst aufkommen, ihr in die Augen sehen

  • Informationen sammeln, sachlich prüfen und einordnen (immer wieder neu!)

  • Historische Referenzen suchen und daraus lernen

  • Uns mit möglichst vielen Menschen und Meinungen austauschen

  • Vorsorgen

  • Die Lage immer wieder aktuell einschätzen

  • Und daraus Entscheidungen treffen

  • Offen bleiben! Oft macht eine Krise eine unerwartete Wendung

  • Humor beibehalten!

  • Verbündete / Hilfe suchen

  • Das Konstruktive fördern (anstatt das Destruktive)

  • Vertrauen in die Zukunft beibehalten

  • Das Gute darin erkennen.

  • Sich innerlich selbst reflektieren

  • Sich selbst und sein Umfeld neu erfinden

  • Eventuell anders als bisher reagieren (neue Probleme können nicht durch alte

    Lösungen beseitigt werden)

  • Mut - Ehrlichkeit – Hoffnung

    Everything in my life has prepared me for this moment and I am on my knees, crying, I did not want this. (The Bhagavad Gita)

    Alles, was ich bisher in meinem Leben erlebt habe, hat mich vorbereitet auf genau diesen jetzigen Moment. Belassen wir es bei diesem Satz. Und dann braucht es die Menschen, deren Gerechtigkeitssinn und Streben nach Lösung stärker ist als Angst. Sie werden zu den neuen Anführern in der Gesellschaft.

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